Restaurierung und Erhaltung der Tore von Altopascio
Jahr: 2018-2019
Standort: Altopascio (LU)
Die Tore der befestigten Ortschaft Altopascio sind ein zentrales Element des mittelalterlichen Verteidigungssystems. Sie wurden ab dem 13. Jahrhundert errichtet und waren Teil einer Ringmauer aus sorgfältig geschichteten Steinblöcken, ergänzt durch Türme, Schießscharten und befestigte Eingänge. Im Laufe der Zeit wurden diese Strukturen verändert, doch sie zeugen weiterhin von der historischen und architektonischen Vergangenheit des Ortes.
Im Jahr 1628 umfasste die Stadtmauer vier Haupttore:
• Porta Pesciatina (heute Porta dei Mariani), die Altopascio mit Pescia verband.
• Porta Fiorentina (heute Porta dei Vettori), der Zugang in Richtung Florenz.
• Porta del Padule, die zu den sumpfigen Gebieten führte.
• Porta del Giardino, die den Zugang zu den Grünflächen ermöglichte.
Die restaurierten Tore sind die Porta dei Vettori und die Porta dei Mariani.
Die Tore wiesen weit verbreitete Schäden auf:
• Umweltbedingter Verfall: Smog, saurer Regen und Temperaturschwankungen beschleunigten die Erosion der Oberflächen.
• Biologischer Abbau: Ausbreitung von Moosen, Flechten und Taubenkot.
• Beschädigte Materialien: Zersetzung der Mörtel und Ziegel, Verlust der Kohäsion der Steine.
• Unzureichende Wartung: Unangemessene frühere Eingriffe und mangelnde regelmäßige Überwachung.
Unter den Toren wies die Porta dei Vettori ein höheres strukturelles Risiko auf, mit erheblichen Setzungen und Ablösungen des Mauerwerks.
PORTA DEI VETTORI
• Strukturgerüst: Installation einer Stützstruktur zur Stabilisierung des Bogens und der Ziegelmauer.
• Baustellensicherung: Anbringen von Schutzplanen und Abdeckungen zur Vermeidung von herabfallendem Material.
PORTA DEI MARIANI
• Schutzgerüste: Gemischte Systeme zur Sicherstellung der Restaurierungsarbeiten.
• Vorläufige Reinigung: Manuelle Entfernung von Erde, Moosen und Oberflächenschmutz.
• Spezielle Behandlungen: Anwendung von Bioziden und Entsalzungsmitteln zur Beseitigung von biologischen Abbauprozessen und schädlichen Salzen.
VERWENDETE MATERIALIEN UND TECHNIKEN
• Konsolidierungsmittel auf Basis von Nanosilizium (NanoSil NS 30).
• Mörtel, die mit den historischen Mauerwerken kompatibel sind, auf Basis von natürlichem hydraulischem Kalk (NHL 3.5).
• Spezifische Biozide zur Oberflächenreinigung.
ARBEITSPHASEN
• Vorkonsolidierung: Stabilisierung der beschädigten Steinoberflächen.
• Reinigung:
– Waschen mit deionisiertem Wasser.
– Manuelles Bürsten zur Entfernung von Schmutz und biologischen Ablagerungen.
• Strukturelle Konsolidierung:
– Reparatur fehlender Mauerwerksbereiche mittels Scuci-Cuci-Technik.
– Injektionen von natürlichem hydraulischem Kalkmörtel zur Verbesserung der Kohäsion der Steinblöcke.
• Verfugung und Sanierung:
– Auffüllung der Fugen mit kompatiblen Mörteln.
– Wiederherstellung fehlender Oberflächen mit ähnlichen Steinmaterialien.
• Endbearbeitung und Schutz:
– Aufbringen eines wasserabweisenden Siloxan-Schutzmittels zur Vermeidung zukünftiger Infiltrationen.
Die Tore der Ortschaft Altopascio sind ein wertvolles architektonisches und historisches Erbe. Die Restaurierungs- und Sicherungsmaßnahmen haben dazu beigetragen, diese Strukturen zu bewahren und ihre Integrität sowie Zugänglichkeit für Bürger und Besucher zu gewährleisten.
Dank des Einsatzes fortschrittlicher Techniken und kompatibler Materialien stellt das Projekt ein vorbildliches Beispiel für den Erhalt des kulturellen Erbes dar und sichert diesen historischen Zeugnissen eine lange Lebensdauer.


