Palasts der Staatsanwaltschaft der Republik

Restaurierung des Palasts der Staatsanwaltschaft der Republik

Jahr: 2019
Ort: Bergamo

Der Palast der Staatsanwaltschaft der Republik in Bergamo, gelegen an der Piazza Dante, ist Teil eines umfassenderen Stadtentwicklungsprojekts zur Neugestaltung des Stadtzentrums von Bergamo Bassa. Vor diesem Projekt war das Gebiet von der Messe Sant’Alessandro belegt, einem bedeutenden Handelszentrum seit dem Mittelalter. Die Neugestaltung begann mit einem Wettbewerb im Jahr 1906 mit dem Ziel, ein neues Verwaltungszentrum zu schaffen. Das Gewinnerprojekt, genannt Panorama, wurde vom Ingenieur Giuseppe Quaroni und dem Architekten Marcello Piacentini entworfen.
Piacentini plante ein Stadtzentrum mit einem strengen Rasterlayout, das die wichtigsten Verwaltungsgebäude aufnehmen sollte, darunter das Rathaus und das neue Justizgebäude. Das Justizgebäude wurde zwischen 1919 und 1925 errichtet und 1925 eingeweiht, um das alte Gericht in der Oberstadt (Città Alta) zu ersetzen, das nicht mehr ausreichend war. Das Gebäude weist eine quadratische Grundfläche und eine symmetrische Struktur auf.
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Restaurierungsmaßnahmen (2019)

Im Jahr 2019 wurden konservative Restaurierungsarbeiten an der Hauptfassade des Palasts durchgeführt, einschließlich der beiden seitlichen Abschnitte auf der Ost- und Westseite. Hauptziel war die Beseitigung von Schadensphänomenen, die durch die urbane Umgebung verursacht wurden. Die Maßnahmen wurden in verschiedene Kategorien unterteilt:

NATÜRLICHE STEINFLÄCHEN UND KUNSTSTEIN
•Erhaltungszustand: Der Ceppo, sowohl in der gentile- als auch in der mezzano-Variante, wies Oberflächenablagerungen, Erosion, schwarze Krusten, Risse, Ablösungen und biologische Patina auf. Die Medaillons aus Rezzato-Stein zeigten Abwaschungen, Risse und schwarze Krusten. Der Kunststein war von Erosionsprozessen und biologischen Schäden betroffen.
· Interventionen:
– Reinigung mit Wasser-Sprühstrahlen und abschließende Bearbeitung mit mikroabrasiven Systemen.
– Behandlung der schwarzen Krusten auf den Medaillons mit Ammoniumcarbonat-Packungen.
– Konsolidierung mit Epoxidharzen, Verstärkung mit Glasfaserstäben und Wiederherstellung fehlender Teile.
– Versiegelung der Risse und Verfugung der Fugen mit hydraulischem Kalkmörtel.
– Auftrag einer nanosiloxanischen Schutzschicht.

VERPUTZTE OBERFLÄCHEN
• Erhaltungszustand:Die seitlichen Abschnitte, die mit Kalkmörtel verputzt sind, zeigten Ablösungen und Materialverluste.
• Interventionen:
– Entfernung beschädigter Putzbereiche und Konsolidierung von sich ablösenden Bereichen.
– Ergänzung durch Schichten aus Spritzbewurf und originalähnlicher Oberflächenbearbeitung.
– Auftrag einer nanosiloxanischen Schutzschicht.


STATUEN UND BRONZENELEMENTE

• Erhaltungszustand: Die Bronzestatuen wiesen Ablagerungen, Korrosion und farbliche Veränderungen auf.
• Interventionen:
– Reinigung mit Wasser und nicht-ionischen Tensiden.
– Entfernung von Verkrustungen mit Bürsten und Skalpellen.
– Auftrag von Korrosionsinhibitoren (Benzotriazol), Schutzmitteln (Incralac) und Wachs (SOTER).


Zusätzliche Arbeiten

• Holzportal:
Spachtelung, Schleifen, Behandlung gegen Pilze und Holzschädlinge, Schutzlackierung.

• Metallgitter:
Entfernung von Farbe und Rost, Auftrag eines Rostumwandlers und transparenter Lackierung.

• Bauliche Instandsetzungsmaßnahmen:
– Sanierung der ehemaligen Hausmeisterwohnung.
– Entfernung eines Asbest-haltigen Schornsteins aus Faserzement.
– Wiederherstellung von Innenputz und Anstrichen.
– Restaurierung der Eingangstreppe.


Fazit

Die Restaurierungsmaßnahmen haben das Gleichgewicht des Monuments wiederhergestellt, indem sie Schäden beseitigt und die Oberflächen mit innovativen Materialien geschützt haben. Ein Wartungsplan wurde vorgeschlagen, der eine jährliche Inspektion der Fassade, Kontrolle der Fugen und Überprüfung der wasserabweisenden Eigenschaften der Oberflächen vorsieht. Zudem wird eine jährliche Reinigung der Bronzestatuen sowie eine zweijährliche Erneuerung des Schutzfilms auf dem Holzportal empfohlen.

Befragungen und Dokumentation