Wir wenden verschiedene nicht-invasive Techniken zur Diagnose und Bewertung des Erhaltungszustands bemalter Oberflächen an.
Diese diagnostischen Tätigkeiten werden dank wertvoller Kooperationen mit Forschungseinrichtungen ermöglicht, die mit uns denselben konservativen und zerstörungsfreien Ansatz teilen.
Auf diese Weise können Delaminationen, Ablösungen, Hohlräume, Zwischenräume, verdeckte Strukturen, Kältebereiche, aufsteigende Feuchtigkeit, frühere Behandlungen oder Restaurierungen, Veränderungen und Ergänzungen präzise erkannt werden.
Multispektrale Bildgebung – reflektiertes sichtbares Licht, Infrarot, Falschfarben-Infrarot und UV-Fluoreszenz – um Materialien, Maltechniken und eventuelle frühere Eingriffe zu erkennen.
Diese Untersuchungen helfen, die Stratigraphie der Oberflächen zu verstehen, Pigmente zu identifizieren und Restaurierungen oder Schäden präzise zu dokumentieren.







Die Infrarot-Reflektografie ermöglicht es, unter die sichtbare Malschicht zu blicken und Vorzeichnungen oder Überarbeitungen des Künstlers zu erkennen. Sie liefert wertvolle Informationen über Schaffensprozesse, Stiländerungen und nachträgliche Eingriffe.
Bei Wandmalereien kann IR-Reflektografie Vorzeichnungen mit kohlenstoffhaltigen Materialien (Kohle, Tinte, Spolvero) sichtbar machen sowie Übermalungen oder spätere Restaurierungen identifizieren.
In bestimmten Fällen kann die Langwellen-IR-Technik sogar unter Schmutz- oder Kalkschichten liegende, nicht mehr sichtbare Bemalungen erfassen.
Die Falschfarben-Infrarotaufnahme macht Bereiche sichtbar, die mit ähnlichen Pigmenten erstellt wurden, und ermöglicht eine schnelle Identifizierung. Auch wenn diese Technik nicht alle Pigmente exakt bestimmen kann, erlaubt sie eine vorläufige Materialcharakterisierung und eine Kartierung der Farbflächen.
Zudem werden Übermalungen und Ergänzungen klar und deutlich hervorgehoben.
Die UV-Fluoreszenzfotografie ist eine der wichtigsten zerstörungsfreien Methoden zur Identifizierung von Malmaterialien und Oberflächenbehandlungen. Sie kann das Vorhandensein von Firnissen, Retuschen, Schutz- und Konsolidierungsmitteln nachweisen. Bei Wandmalereien ist sie besonders nützlich, um organische Substanzen und frühere Restaurierungsmaterialien zu erkennen, die unter normalem Licht unsichtbar bleiben.
Im Vergleich zur UV-induzierten sichtbaren Fluoreszenz erfordert die reflektierte UV-Aufnahme, dass die induzierte sichtbare Strahlung unterdrückt und nur der Teil der UV-Strahlung aufgezeichnet wird, der von der Oberfläche reflektiert wird. Die obersten Schichten eines Materials haben in der Regel eine höhere Fähigkeit, UV-Strahlung zu absorbieren. Diese Methode wird häufig ergänzend und in Kombination mit der Fluoreszenztechnik eingesetzt.
In der Konservierungsdiagnostik dient sie dazu, den Erhaltungszustand zu überprüfen und Restaurierungsbereiche zu kartieren, die mit Materialien ausgeführt wurden, die im sichtbaren Bereich eine geringe Fluoreszenz, aber charakteristische Reflexions- oder Absorptionseigenschaften im UV-Spektrum aufweisen.
Die Laser-Doppler-Vibrometrie identifiziert Bereiche mit erhöhter struktureller Mobilität, indem die zu untersuchende Struktur angeregt wird. Dabei handelt es sich um nicht-invasive, speziell entwickelte Verfahren, die eine Optimierung des Signal-Rausch-Verhältnisses ermöglichen. Diese Technik ist vergleichbar mit der traditionellen Klopfmethode, die Restauratoren anwenden, um Hohlräume oder Ablösungen im Material zu erkennen. Die aktive und passive Infrarot-Thermografie hingegen ermöglicht die Erkennung von thermischen Unregelmäßigkeiten, die auf Oberflächen- oder Tiefendefekte sowie auf Feuchtigkeit in Wänden und Strukturen hinweisen.
Ein Teil der diagnostischen Arbeiten wird direkt in unserem Labor durchgeführt, das mit einem Nikon Eclipse E50i Pol Polarisationsmikroskop, einem Nikon-Bildaufnahmesystem und einer ISOMET LSS Präzisionsschneidemaschine ausgestattet ist.
Unsere tragbare Ausrüstung ermöglicht darüber hinaus Vor-Ort-Analysen während der Restaurierung, einschließlich hochauflösender digitaler Mikrofotografie unter sichtbarem und UV-Licht.
Zu den mobilen Geräten gehören Flir-Wärmebildkameras, Faserendoskope, UV-Lampen, Salzgehalt- und Feuchtigkeitsmesser sowie verschiedene digitale Dokumentationssysteme.